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Die aktuelle Ausgabe der PZ‑Pustertaler Zeitung!

Ausgabe 2026/17
Veröffentlicht: 26. August 2026

Aktuelle Themen:

  • Wasserkraftwerk St. Moritzen in Sand in Taufers:
    Der Streit um die Zukunft des Wassers
  • Kurt Walde:
    Das verborgene Reich der alten Höhlenbären
  • Jakob Oberhollenzer:“Ich habe meinen
    künstlerischen Weg noch nicht gefunden”
  • Volkskundemuseum Dietenheim:
    Alles über die Disco

Kommentar _ Ausg. 17–2026

Wasserkraft braucht Vertrauen

 

Die Diskussion um das Kraftwerk St. Moritzen in Sand in Taufers zeigt vor allem eines: Bei Projekten, die einen Ort über Jahrzehnte hinweg prägen, reicht es nicht, dass ein Vorhaben technisch machbar oder wirtschaftlich interessant ist. Es muss auch nachvollziehbar sein und jene erreichen, die letztlich mit seinen Folgen leben müssen.

 

Die Debatte um die Neuvergabe der Konzession für das E-Werk St. Moritzen hat in den vergangenen Wochen an Schärfe gewonnen. Rund 200 Menschen haben am 20. August 2026 vor dem Sandner Rathaus protestiert, Anrainer ihre Sorgen geäußert, politische Vertreter mehr Bürgerbeteiligung gefordert. Gleichzeitig stehen fünf unterschiedliche Projekte im Raum, die von einer Weiterentwicklung der bestehenden Anlage bis hin zu umfangreichen Neubauvarianten reichen.

 

Dass es bei einem solchen Thema unterschiedliche Interessen und Bewertungen gibt, ist normal. Wasserkraft ist bei uns ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung. Gleichzeitig sind Eingriffe in Natur, Landschaft und Siedlungsraum nie ausschließlich technische Fragen. Sie betreffen Sicherheit, Lebensqualität, wirtschaftliche Interessen und die Entwicklung einer Gemeinde, wie ich bereits in der PZ-Ausgabe vom 23.07.2026 geschrieben habe.

 

Gerade deshalb sollte die Diskussion sachlich geführt werden. Dafür braucht es aber verlässliche und verständliche Informationen. Was genau wird gebaut? Warum braucht es diese Dimension? Wie viel Wasser wird tatsächlich benötigt? Welche Auswirkungen sind während der Bauphase und danach zu erwarten? Welche Risiken bestehen? Welche Vorteile entstehen für die Gemeinde und welche Belastungen bleiben vor Ort? Diese Fragen sollten möglichst früh und umfassend beantwortet werden. Je größer ein Projekt und je unmittelbarer die Auswirkungen auf die Bevölkerung sind, desto wichtiger ist es, dass die Betroffenen nicht erst dann davon erfahren, wenn wesentliche Entscheidungen bereits gefallen sind.

 

Auch die Rolle der Gemeinde wird derzeit diskutiert. Dass kein eigenes Projekt eingereicht wurde, wird von der Opposition kritisch gesehen. Gleichzeitig betont Bürgermeister Josef Nöckler, die Gemeinde lehne Kraftwerke in der Wohnzone grundsätzlich ab. Die bestätigten Gespräche zwischen Alperia und der TEW sorgen vor diesem Hintergrund jedoch für zusätzliche Fragen. Unterschiedliche Strategien sind legitim. Entscheidend ist jedoch, dass die Gründe dafür auch offen und klar kommuniziert werden. Bürgerbeteiligung bedeutet auch nicht, dass jede Entscheidung automatisch einer Abstimmung unterworfen werden kann. Sie bedeutet aber, dass Argumente gehört, Fragen beantwortet und unterschiedliche Interessen ernst genommen werden.

 

Am Ende geht es nicht nur um die Frage, welches Kraftwerksprojekt technisch oder wirtschaftlich überzeugt. Es geht vor allem um das Vertrauen. Und Vertrauen entsteht dort, wo Entscheidungen nachvollziehbar sind, Informationen zugänglich gemacht werden und die Bevölkerung das Gefühl hat, mit ihren Anliegen tatsächlich gehört zu werden.

 

   

Ihr Reinhard Weger

PZ-Aktuell – News

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